Öffis, Strand und Yoda

Es gibt anscheinend drei Arten der Fortbewegung für die San Franciscoaner: Joggen, Fahrrad fahren und die Öffis. Joggen geht komischerweise rund um die Uhr. Zu welcher Zeit auch immer, 9 Uhr am Morgen, Mittags um 11, am Nachmittag um 3 oder Abends um 7, man trifft auf der Straße, und zwar auf jeder Straße, egal wo, immer Menschen, die sich rennend fortbewegen. An und für sich ganz gut, nur wann arbeiten diese Leute? Wie die Wirtschaft hier funktioniert, wissen wir sowieso nicht ganz. Es gibt irgendwie nur große Banken, große Versicherungen, Immobilienmakler, Kaufhäuser und Ein-Mann-Unternehmen. So was wie KMUs haben wir bisher noch nicht gesehen.

Aber zurück zum Wesentlichen:

Wie es sich für einen ordentlichen San Francisco Touristen gehört, haben wir uns heute ein Ticket für die MUNI gekauft, die Öffis. Wir konnten damit den ganzen Tag mit den Linienbussen, den Straßenbahnen und den berühmten Cablecars fahren. Unser Ziel war es, mindestens 3 Fahrten mit den Cablecars zu machen, damit sich die Tageskarte auch rentiert. Haben wir natürlich geschafft.

Zuerst sind wir von unserem Hotel wieder einmal zur Fishermans Wharf gelaufen, weil dort die am nächsten gelegene Anfangsstation einer Cablecar-Linie war. Der Fahrer hat uns zuerst ganz genau erklärt, wo wir uns hinsetzen dürfen, wo man stehen darf und was man alles nicht darf, und dann ist er losgefahren. Eine Wissenschaft für sich quasi, das mitfahren. Wie das System mit den Kabeln funktioniert, wissen wir auch nach mehrmaligem Mitfahren nicht. Es gibt irgendwie zwei Haupthebel und mit diesen beiden fuhrwerken die Fahrer mächtig rum – ein Grund warum keiner neben oder hinter ihnen stehen darf 😀 Wen’s trotzdem interessiert: kann man auf Wikipedia nachlesen. Jedenfalls funktioniert es ganz gut und wir sind damit den sogenannten „Russian Hill“ nach oben gefahren und auf der anderen Seite dank der Bremse gemächlich wieder nach unten gekommen.

Nach der aufregenden Fahrt brauchte Eva als erstes einen Kaffee (Starbucks – eh klar), und während sie wartete, hat Matthias ein paar Fotos von den Cablecars gemacht. Downtown gibt es hier echt an jeder Ecke einen Starbucks. Man merkt also sehr schnell, wenn man sich aus dem Zentrum entfernt. Denn wenn man sich einmal im Kreis dreht und keine grüne Meerjungfrau mehr sieht, ist man echt schon sehr dezentral 😀

Vom Union Square liefen wir dann zu Fuß zum Apple-Shop, um uns so einen in den USA einmal anzuschauen. Und es war fast so, wie man es aus den Nachrichten kennt. Vor dem Laden sind die Leute Schlange gestanden. Vermutlich wegen einem neuen iPhone. Schon komisch. Etliche Menschen im Laden der auch offen hat und trotzdem ein Gelage vor dem Shop… Nach dem Applestore liefen wir dann mal schnell durch China nach Italien. Natürlich nicht das richtige China und das richtige Italien, sondern Chinatown und Little Italy. Im Chinatown sind hier sogar die Straßennamen auf chinesisch beschriftet und es wimmelt hier nur so von Asiaten und asiatischen Touristen. Die kaufen vermutlich Produkte „Made in China“. Da könnten sie ja eigentlich gleich zuhause bleiben.

Im italienischen Viertel gibt es ein paar italienische Restaurants, die erwähnenswert sind. „The Stinking Rose“ zum Beispiel. Ein Knoblauchrestaurant, das Knoblauch laut Gerüchten mit Huhn oder Schwein würzt. Knoblauch-Eis steht anscheinend auch auf der Karte und wenn man unserem Tourguide von gestern glaubt, hat er in diesem Restaurant schon so manche ungeliebte Ex vergrault 😉 Ein weiteres erwähnenswertes Restaurant ist das „Mama’s“. Kann ja quasi nur ein italienisches Restaurant sein, bei dem Namen 😀 Kein Wunder also, dass wir für einen Brunch lange anstehen hätten müssen, denn bei Mama schmeckt es einfach am Besten 😉

Aus Italien sind wir dann mit einer anderen Cablecar Linie auf den Nob Hill gefahren, einem der höchsten Hügel von San Francisco. Nach ein paar Fotos ging es dann wieder nach unten. Dieses Mal aber mit unserem exklusiven Cablecar, in dem wir die einzigen Fahrgäste waren.

Im Finanzzentrum genossen wir im Schatten der Wolkenkratzer zu Mittag unsere Falaffel und sind danach mit dem öffentlichen Bus zum Alamo Square gefahren. Dort befinden sich die „Painted Ladies“ – sieben schöne Viktorianische Häuser die nebeneinander stehen. Von dort ging es über die Hayes Street – in der sich ein paar nette Geschäfte befinden – zurück ins Hotel.

Nach einer kurzen Erholungspause fuhren wir dann mit dem Auto zur Golden Gate Bridge und zum „Baker Beach“, um ein paar Fotos zu machen. Auf dem Rückweg vom Strand machten wir uns auf die Suche nach dem Hauptquartier von ILM, um ein Foto von Yoda zu machen. Der Parkplatz ist zwar bewacht, der Wachmann hat aber großzügig gemeint, dass es kein Problem ist, kurz zu parken, um ein Foto von Yoda zu schießen 😉

Abendessen gab es heute erstmals in einer Pizzeria. Nach einer kurzen Recherche auf Tripadvisor haben wir uns für ZA Pizza entschieden. Dort angekommen, bestellten wir uns zu zweit eine mittlere Pizza die so groß war, dass wir pappsatt waren. Gut, hatte uns der Kellner bei der Bestellung abgeraten die große zu bestellen! Die hätte einen Durchmesser von über 50 cm gehabt. Jedenfalls war die Pizza seeeeehr lecker, auch wenn wir überzeugt sind, dass der Koch seine Lehre bei „The Stinking Rose“ gemacht haben muss…

Zum Abschluss des Tages ging es danach noch einmal zum kurvigen Teil der Lombard Street, um noch einige farbenfrohe Langzeitbelichtungen zu machen 🙂 Unsere Reise neigt sich jetzt langsam dem Ende zu, morgen geht es über den Point Reyes Nationalpark zurück nach Sacramento, wo wir die letzten Tage vor dem Rückflug nach Europa noch bei Evas Familie verbringen werden.

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Ein Gedanke zu “Öffis, Strand und Yoda

  1. Hallo ihr beiden, wir haben heute mit viel Genuss Euren Blog gelesen und die tollen Bilder bestaunt! Klingt nach einer besonderen Reise und wir freuen uns auf Mehr bei einem gemütlichen Abend!!! Super geschrieben – wer von Euch beiden ist denn der Texter? Macht wirklich Spaß 🙂
    Mutz und liebe Grüße auch an Hannes, Christine, Sonja und Helen

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