Fische, Carmel und Zypressen

Leider ist unser derzeitiges Hotel in Monterey doch sehr bäh und das Frühstück nicht gerade deliziös. Deshalb stoppten wir heute auf dem Weg in die Stadt bei einem Kaffeeladen, der aus Seattle stammt. Da Eva diesen besagten Kaffeeladen doch recht gerne hat, haben wir heute unser Frühstück im Starbucks eingenommen. Das Ganze war auch für den nicht Kaffee trinkenden Matthias sehr interessant und so etwas wie eine Studie der amerikanischen Gesellschaft. Sonntag Morgen, ungefähr 9:00 Uhr, ganz Monterey ist ruhig, kaum Autos auf der Straße, aber in der „Drive-Thru“ Fahrbahn bei Starbucks ist die Hölle los… 

Unterschiedlichste Menschen, von jungen Müttern mit Kindern im Maxi-Cosi auf der Rückbank über mittelalterliche Männer im Porsche bis zu älteren Damenrunden – wenn man zwei Damen als Runde bezeichnet – stellen sich mit dem Auto für einen Kaffee an. Zum Teil trinken sie dann, weil ja doch schon bald Halloween ist, einen PSL (Pumpkin Style Latte), also Latte Macciato der nach Kürbis schmeckt oder futtern einen Kürbismuffin. Den PSL gibt es heuer übrigens zum 10. mal, kommt also offensichtlich gut an bei den Kunden.

Nach dem Frühstück fuhren wir dann in die Stadt und haben uns zwei Fahrräder ausgeliehen. Zum ersten Mal, seit wir aus Vorarlberg abgereist sind, ist Matthias heute auf einem Fahrrad gesessen und er kann es noch 🙂 Mit den Rädern fuhren wir die Küste entlang auf der alten Bahntrasse in Richtung Norden. In Monterey schien uns noch die Sonne ins Gesicht, aber je weiter wir aus der Stadt hinaus kamen, umso mehr hat sich der Nebel vom Meer durchgesetzt. Monterey hat neben der bekannten Fahrrad-Strecke die u.a. durch die „Cannery Row“ führt, auch ein schönes Aquarium. Das Aquarium von Monterey zählt zu den besten Museen der USA. Nachdem wir den doch etwas stolzen Eintritt bezahlt haben, betrachteten wir die Fische, Vögel, Quallen und viele andere Meeresbewohner im Museum.

In den USA ist es ja so, dass man, wenn man Geburtstag hat, überall gefeiert wird. Fast jeden Tag erleben wir daher, dass in einem Restaurant in dem wir gerade speisen die gesamte Belegschaft sich um einen Tisch versammelt und einen Kunden in irgendeiner Art anschreit. Denn die Jungs und Mädels singen nicht einfach nur Happy Birthday sondern gratulieren eher mit einer Art Cheerleader-Rufen und unter lautem Geklatsche. Geburtstage werden hier sowieso sehr plakativ gefeiert. Auch in Disneyland rennen Menschen mit Birthday-Buttons, Schleifen, Scherpen und lustigen Hüten herum. Etwas seltsam war es heute auch in der Seegurken-Streichel-Abteilung des Aquariums, als wir einen ca. 45 bis 50 jährigen Mann mit „It’s my Birthday“ Button gesehen haben. Kurz darauf folgte ihm eine wohlgenährte Amerikanerin mit rosa T-Shirt, Spitzhütchen, einer Scherpe und etlichen Buttons.

Nachdem wir die ganzen Meereslebewesen gesehen haben, überlegten wir uns, wo wir am Abend essen gehen sollten und schauten uns in der Cannery Row um. Gleich ums Eck gibt es dort das Restaurant „The Sardine Factroy“, das in allen Reiseführern gelobt wird. Wir haben uns die Sardinenfabrik daher einmal von außen angeschaut und die Speisekarte studiert. Als wir einen Blick auf die Fotos vor dem Restaurant warfen, wurde schnell klar dass wir selbst mit unserem schönsten Kleidern noch underdressed gewesen wären.

Nachdem wir die Räder wieder zurück gegeben haben, fuhren wir mit dem Auto nach Carmel.  Dieser liebenswerte Ort namens „Carmel-by-the-Sea“ hatte in den 1980er Jahren mit Clint Eastwood einmal einen ziemlich berühmten Bürgermeister und auch heute leben angeblich einige Promis in der Kleinstadt. Wir flanierten ein bisschen durch die Stadt und müssen zugeben, dass Carmel wirklich liebenswert aussieht: die Cottages und Häuser zwar teuer, dafür aber auch wunderbar aus. . Lustig ist auch irgendwie, dass die Straßen in Carmel zwar Straßennamen haben, es aber keine Straßenschilder oder Hausnummern gibt. Optik & Erscheinungsbild geht eben über alles 😉

Von Carmel aus machten wir uns über den 17-Mile-Drive wieder auf den Weg nach Monterey. Der 17-Mile Drive ist eine Küstenstraße zwischen Carmel und Montery, für die man eine Maut bezahlen muss, um an einigen Villen, Golfplätzen und schönen Aussichtspunkten vorbei zu fahren. Es gib zum Beispiel den Point Joe, an dem früher zahlreiche Schiffe zerschellten, weil sie meinten, es sei die Einfahrt in die Bucht von Monterey oder die Lone Cypress. Die „Lone Cypress“ ist gleichzeitig auch der Wappenbaum der Firma, welcher der 17-Mile-Drive gehört. Da der Bau aber schon 250 Jahre alt ist und noch immer zahlreiche Touristen anzieht, wurde er sicherheitshalber mit Stahlseilen gesichert. Wäre ja doof wenn er einfach umfällt – wer kommt dann noch Fotos machen… Gleich daneben befindet sich der Ghost Tree – ebenfalls ein Highlight des 17-Mile-Drives. Dieser tote Baum wurde wohl zur Sicherheit mit Beton gefüllt, damit er möglichst lange bestehen bleibt. Komisch sind sie ja schon, die Amis, aber das wissen wir ja langsam.

Nach dem Sonnenuntergang am Meer fuhren wir zum Abendessen in die Cannery Row.  Passend zum fischigen Stadtteil gingen wir zu Bubba Gump, einem Forrest Gump Themenrestaurant, in dem Eva endlich ihre langersehnten Shrimps bekam.

Morgen geht es weiter in den Norden, hoffentlich finden wir unterwegs noch Blumen, die wir uns in die Haare stecken können, wobei das bei einigen von uns auch schwer fallen könnte … 😉

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