Gletscher, Touristen und halbe Sachen

Heute war bereits um 5 Uhr Tagwache. Genauer gesagt, sind wir irgendwie immer beide so um die Zeit hellwach und da liegt es doch nahe dann auch aufzustehen… Deshalb bereiteten wir nach der üblichen Morgenpflege noch einige Sandwiches vor und machten uns auf den Weg ins Yosemite Valley. Nach kurzer Fahrt passierten wir die Rangerstation, aber es war wohl noch etwas zu früh für die Herren, denn irgendwie war da keiner, der unsere Golden Eagle Card sehen wollte.

Wir fuhren weiter und hielten bei unserem ersten Stop: dem „Tunnel View“. Kaum ausgestiegen, schnappte sich Matthias seine Kamera und startete Richtung Aussichtspunkt. Doch die grenzenlose Freude über die einzigartige Aussicht wurde jäh durch ein einziges Vehikel getrübt. Ein großer Reisebus mit mehreren Duzend Japanern parkte sich zwischen dem erstaunten Matthias und „seiner“ Aussichtsplattform. Mit dem Öffnen der Bustüren startete der Run des Rudels wildgewordener Fotografen Richtung Vista Point und schon war es um den idyllischen, ruhigen Moment geschehen…

Kurz darauf ging es weiter zur „Sentinel Beach“. Nach den ersten Eindrücken von der Schönheit des Valleys ging es weiter ins Visitor-Center. Denn ohne karten-kontrollierenden Ranger, gibt es leider auch keinen Ranger der uns eine praktische Landkarte schenkt. Mit der Karte aus dem Visitor-Center in der Hand ging es dann los zum Mirror Lake im Nordosten des Valleys. Wie der Name schon verrät, ein wunderbarer Bergsee in dem sich der Half Dome wie in einem Spiegel spiegelt. Oder besser gesagt: spiegeln sollte, denn der See ist sowas von staubtrocken, dass eine Fatamorgana sicherlich realistischer wäre als jegliche andere Erscheinung. Aber schön war’s trotzdem, nur eben etwas staubig 🙂

Froher Dinge und viele Fotos später fuhren wir schließlich mit dem Jeep zum „Glacier Point“. Hier hatten wir einen wunderbaren Blick von oben auf das Valley und auf die umliegenden Berge. Gletscher war hier aber keiner zu sehen – weit und breit nichts, das irgendeinem Aggregatszustand von Wasser entsprechen könnte. Nur weil es im Winter auch mal Schnee hat da oben, ist es noch lange kein Gletscher. Aber Amerikaner neigen anscheinend dazu immer etwas zu übertreiben: bei den Verpackungsgrößen, ihrem Gewicht und beim Einsatz von Wörtern zur Verstärkung der Werbewirkung…

Vom Glacier Point konnten wir im Norden die Rauchschwaden vom Waldbrand sehen, der hier noch immer wütet. Die Fahrt über den Tioga Pass werden wir wohl nicht wagen – der nächste Pass im Norden ist aber wieder offen. Der Umweg über die 108er ist mit einer Stunde auch nicht allzu groß. Es bleibt jedenfalls spannend!

Vom Glacier Point machten wir uns auf in unsere Unterkunft, wo wir uns nach dem Abendessen auf die Veranda gesetzt haben, um den Abend zu genießen. Leider wurden wir von allerhand Getier, nämlich Hasen, wilden Truthähnen und Rehen so gestört, dass wir uns dann doch ins Haus zurückgezogen haben.

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6 Gedanken zu “Gletscher, Touristen und halbe Sachen

  1. hei es macht echt riesen spass eure berichte und fotos zu lesen! machand jo witr so!!!
    ganz lieben gruss aus dem noch sonnigen und herrlich 28 grad warmen ländle!
    mutz mum

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